Maria Hanny 

Interview

Kraut & Wurzel Gründer*in
Astrid & Arnold

Astrid und Arnold im Wald - portrait
Astrid und Arnold im Wald - portrait
 

„Wir wollen altes Wissen nicht nur bewahren, sondern auch lebendig und zugänglich machen.“

Wir stellen euch vor!

Astrid und Arnold, die Gründer*in hinter „Kraut & Wurzel“.
In diesem Interview teilen sie mit uns ihre Leidenschaft und Hingabe für die Wiederbelebung alten Heilwissens. Sie nehmen uns mit auf eine Reise, lassen uns an ihre persönlichen Erfahrungen teilhaben und erzählen die Geschichten, die sie inspiriert haben, eine Brücke zwischen traditioneller Volksmedizin und moderner Wissenschaft zu schlagen.

Arnold eröffnet uns die faszinierende Welt der Heilkräuter und der Frauengesundheit, während Astrid ihre Vision von kreativer Kommunikation und informativem Content offenlegt. Sie führen uns durch die inspirierenden Ereignisse und Herausforderungen auf ihrem Weg zur Gründung und zeigen die unverzichtbaren Heilkräuter, die in ihren Produkten stecken.

Dieses Gespräch bietet uns tiefe Einblicke, wie „Kraut & Wurzel“ altes Heilwissen in die moderne Gesundheitspflege integriert und gibt uns wertvolle Tipps, wie wir unsere Gesundheit auf natürliche Weise unterstützen können.

Welche persönlichen Erfahrungen oder Anekdoten haben euch dazu inspiriert Kraut & Wurzel zu gründen?

Arnold: Seit vielen Jahren befasse ich mich intensiv mit Heilpflanzen und Volks- medizin. Während meiner Diplomarbeit und in den darauf folgenden Jahren sam- melte ich umfangreiches volksmedizinisches Wissen. Wir wollten dieses Wissen nicht nur bewahren, sondern auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich ma- chen. So entstand 2015 der Entschluss, den Blog „Kraut und Wurzel“ ins Leben zu rufen. Uns trieb die Erkenntnis an, dass vieles, was früher als selbstverständ- lich galt, heute oft in Vergessenheit geraten ist. Dabei beziehen wir uns nicht auf potenziell gefährliche Heilmittel, die es früher aus einer gewissen Not heraus auch gab, sondern auf jene sanft wirkenden, aber effektiven Mittel, die noch bis vor einigen Jahrzehnten in fast jedem Haushalt vorhanden waren.

Astrid: Das umfangreiche Wissen, das Arnold im Laufe der Zeit angesammelt hat, war für mich immer von unschätzbarem Wert. Ich betrachtete es als verschwen- detes Potenzial, dieses Wissen nicht entsprechend aufzubereiten und zu teilen. Ich wollte, dass unsere Website und der Blog nicht nur informieren, sondern auch inspirieren. Fotografie und das Aufbereiten von Informationen zählen schon immer zu meinen Leidenschaften, weshalb ich mich besonders der visuellen Gestaltung gewidmet habe.

Arnold, was hat dich persönlich dazu bewegt, dich auf Heilkräuter zu spezialisieren, besonders im Hinblick auf die Bedürfnisse der Frauengesundheit? Gab es einen besonderen Moment oder eine Geschichte, die ausschlaggebend war?

Arnold: Mich hat schon immer die Vergangenheit und die Welt der historischen Geschichten fasziniert. Daher war es für mich ein naheliegender Schritt, in mei- ner Pharmazie-Diplomarbeit das keltisch-germanische Erbe innerhalb der alpinen Volksmedizin zu erforschen. Diese Thematik interessiert mich auch heute noch und es tauchen stets neue Fragestellungen auf. Die Frauenheilkunde ist da- bei insbesondere interessant, da ein signifikanter Teil der Heilrezepturen in äl- teren Quellen sich um dieses Thema dreht. Im Unterschied zur modernen Kräuterkunde war die Frauenheilkunde in der traditionellen Volksmedizin neben Be- reichen wie Atemwegserkrankungen, Wundheilung und Verdauungstrakt eines der zentralsten Themen.

Die Top 3 Vorurteile die ihr über Pflanzenmedizin nicht mehr hören könnt?

Arnold:

„Pflanzen haben ja keine Wirkung“
Hier wird nicht nur der Umstand völlig au- ßer Acht gelassen, dass es sogar Pflanzen gibt, die in kleinsten Mengen tödlich sein können, sondern auch, dass es unzählige Studienergebnisse gibt, die manche Pflanzen sogar als effektiver als so manche chemisch-synthetische Wirkstoffe auszeichnen.

„Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“
Während einige Menschen die Wirksamkeit von Heilpflanzen anzweifeln, glauben andere fälschlicherweise an diesen Spruch. Tatsächlich ist der Einsatz von Heilpflanzen im modernen Kontext vor allem bei leichten bis moderaten Beschwerden sinnvoll. In manchen Situationen können sie ergänzend zu konventionellen Medikamenten bei schwere- ren Krankheiten verwendet werden. Zudem spielen Heilpflanzen eine wichtige präventive Rolle in der Erhaltung der Gesundheit.

„Pharmazie und Apotheken haben mit Heilpflanzen nichts zu tun“
Tatsächlich umfasst ein gutes Viertel des Pharmaziestudiums Inhalte über Heilpflanzen, und auch ein bedeutender Teil der in Apotheken verfügbaren Medikamente basiert auf pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Könnt Ihr uns eine inspirierende Erfahrung teilen, die ihr während eurer Entwicklung als Gründer gemacht habt und die euch besonders geprägt hat?

Arnold: Vielleicht dass es ein starkes Bedürfnis nach der Wiederbelebung alten Wissens gibt, und dass viele Menschen diesen Wunsch teilen. Diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist faszinierend. Uns wurde bewusst, wie wichtig es ist, dieses alte Wissen in die Moderne zu übertragen und es, wo möglich, zu optimieren. Es ist nicht nur eine Frage der Bewahrung, sondern auch der Innovation – wir adaptieren traditionelles Wissen, um es in unserem heuti- gen Kontext relevant und wirksam zu machen. Diese Reise hat uns tief geprägt und treibt uns weiterhin an.

Was waren auf dem Weg zu den jetzigen Produkten die spannendsten Erfahrungen?

Arnold: Der gesamte Prozess der Produktentwicklung, angefangen bei der ersten Idee und Rezeptur bis hin zum fertigen Produkt, das wir in unseren Händen hal- ten konnten, war für uns ein völlig neues und aufregendes Abenteuer. Jeder Schritt brachte seine eigenen Herausforderungen und Überraschungen mit sich. Es war eine Reise voller Lernmomente, bei der wir oft aus unseren Fehlern lernen mussten.

Und auf welche Hürden hättet ihr gerne verzichtet?

Astrid: Eine der Hürden, auf die wir gerne verzichtet hätten, ist die akribische Kennzeichnungspflicht. Es war oft mühsam und manchmal fast absurd, wie ge- nau es auf einzelne Buchstaben ankam. Es war eine Herausforderung, die uns viel Zeit und Energie gekostet hat, die wir lieber direkt in die Produktentwicklung investiert hätten.

Arnold, von all den Heilkräutern, die du kennst, welche sind deiner Meinung nach die absolut unverzichtbaren für die Frauenheilkunde und warum gerade diese?

Besonders faszinierend finde ich den Mönchspfeffer, der in wissenschaftlichen Studien bei Menstruationsbeschwerden beachtliche Ergebnisse zeigt. Aber auch Pflanzen wie Frauenmantel und Schafgarbe finde ich aufgrund ihrer weitverbreiteten und langjährigen Anwendung in der Volksmedizin sehr interessant, dazu gibt es nur leider wenige wissenschaftliche Studien.

Mönchspfeffer
Frauenmantel
Schafgarbe
A bundle of elderberry flowers and berries used for cold and flu relief shown in a closeup with their intricate petals and bold purple hues.
Holunderblüten

Wie entscheidet ihr welche Kräuter bei euch mitwirken dürfen? Woher bezieht ihr die Inhaltsstoffe für eure Produkte?

Arnold: Die Basis für unsere Rezepturen bildet einerseits eine langjährige Tradition, die auf den Nutzen der Heilpflanzen hinweist, und andererseits auf aktuelle wissenschaftliche Studien, die ihre Wirksamkeit belegen. Diese Kombination aus bewährter Tradition und moderner Forschung hilft uns, die effektivsten Wirkstoffe auszuwählen. Bei der Beschaffung unserer Inhaltsstoffe arbeiten wir mit pharmazeutischen Großhändlern zusammen. Das gewährleistet, dass unsere Kräuter und Inhaltsstoffe umfassend auf Schadstoffe, Pestizide und ihren Wirk- stoffgehalt hin überprüft sind. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, hohe Qualität und Sicherheit unserer Produkte zu sichern und gleichzeitig das Beste aus der Naturheilkunde und der modernen Wissenschaft zu vereinen.

Welcher Wirkstoff hat euch zuletzt in seiner Kraft selbst überrascht?

Arnold: Unser Holunderbeerextrakt, denn dieser ist hochangereichert an ge- sundheitsfördernden roten Anthocyanen, Die Holunderbeeren dazu kommen aus der Steiermark. In Studien der letzten Jahren treten immer deutlicher die zell- schützenden, immunsteigernden und antiviralen Wirkungen dieser Inhaltsstoffe hervor.

Astrid, was würdest du Frauen empfehlen, die neu in der Welt der Heilkräuter sind und ihre Gesundheit auf natürliche Weise unterstützen möchten?

Astrid: Mein Tipp für Frauen, die in die Welt der Heilkräuter einsteigen möch- ten, wäre, mit einfachen, bewährten Kräutern wie Melisse, Schafgarbe oder Frau- enmantel zu beginnen. Sie sind leicht verfügbar und haben vielfältige, gut doku- mentierte gesundheitliche Vorteile. Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und zu verstehen, dass jeder unterschiedlich reagiert. Wichtig ist, sich aus verlässlichen Quellen weiter zu bilden und sich bei Bedarf fachkundigen Rat zu holen, besonders bei spezifischen Gesundheitsanliegen. Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Heilkräuter eine Ergänzung darstellen und nicht als Ersatz für medizinische Behandlungen dienen.

Und natürlich würde ich auch den Besuch eines unserer Workshops oder Kräu- terwanderungen empfehlen. Sie sind ideal für Anfängerinnen und vermitteln ei- nen verständlichen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Pflanzenheilkunde.

Astrid, gibt es besondere Kräuterexperimente, die Arnold zuerst an dir ausprobiert hat?

Astrid: Ich würde es nicht ein Experiment nennen, aber vielleicht eine Zuberei- tung von Gänsefingerkrautmilch. Gänsefingerkraut wird in der Volksheilkunde traditionell als „Krampfkraut“ bei Bauch- und Menstruationsschmerzen einge- setzt. Dafür wird frisches oder getrocknetes Gänsefingerkraut etwa 10 Minuten lang leicht in Milch erwärmt. Auf Arnolds Rat hin habe ich das selbst auspro- biert. Zugegeben, der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber einen spürbaren Effekt hatte es definitiv.

Ihr seid selbst Eltern und kennt den manchmal etwas stressigen Alltag zwi- schen Kind und Arbeitszeit… Welche Kräuter helfen euch in stressigen Situationen am besten um runterzufahren?

Arnold: Das ist wirklich ein großes Thema und wir genießen es sehr, stressige Tage ruhig ausklingen zu lassen. Wir haben mit viel Liebe und Sorgfalt einen Abendtee kreiert, der uns sehr am Herzen liegt. Er enthält Melisse, Lavendel und Minze, eine Kombination, die besonders entspannend wirkt. Dieser Tee, zusammen mit unserem Abendelixier, ist unser persönliches Ritual, um nach einem hektischen Tag zur Ruhe zu kommen und zu entspannen.

Glaubt ihr, dass das Thema Heilkräuter in der Frauen- gesundheit oft unterschätzt wird? Und wenn ja warum glaubt ihr ist das so?

Arnold: Diese Thematik wird mit Sicherheit unterschätzt. Das zeigt sich nicht nur in der eher begrenzten Auswahl an verfügbaren Medikamenten, sei es in der chemisch-synthetischen oder der pflanzlichen Pharmazie, sondern auch im oftmals langen Leidensweg vieler Frauen, bevor Krankheiten wie etwa Endometriose diagnostiziert werden. Besonders offensichtlich wird diese Unterschätzung in der Heilpflanzenkunde. Wenn man nach klinischen Studien zu Heilkräutern in der Frauenheilkunde sucht, ist die Auswahl sehr begrenzt – abgesehen von Traubensilberkerze und Mönchspfeffer. Es mangelt nach wie vor an wissenschaftlicher Forschung für die meisten Heilpflanzen, die in der Volksmedizin seit Jahrhunderten speziell in der Frauenheilkunde Anwendung finden.

Ihr werdet zum Gesundheitsminister/-ministerin ernannt: welche Änderung würdet ihr als Erstes durchführen?

Arnold: Ich denke, es wäre sinnvoll, ein staatlich finanziertes Institut für Grund- lagenforschung zu etablieren, das über ausreichende Mittel verfügt, um die in Österreich heimischen Heilpflanzen klinisch zu untersuchen. Solch ein Institut sollte im Rahmen groß angelegter klinischer Studien diese Pflanzen auch testen können. Es könnte zudem wichtige Fragen in Bereichen wie der Frauenheilkunde und der Kinderheilkunde, wo es oft an gesicherten Daten zu vielen Heilpflanzen und Wirkstoffen mangelt, erforschen.

Astrid: Ich würde mich darauf konzentrieren, den Zugang zur Gesundheitsver- sorgung im Allgemeinen zu verbessern. Dies könnte beispielsweise durch die Erhöhung der Anzahl und der Verfügbarkeit von Gesundheitseinrichtungen in un- terversorgten Gebieten oder durch die Vereinfachung von Verfahren zur Kosten- übernahme für medizinische Behandlungen erreicht werden. Alle Menschen sollten – unabhängig von Wohnort, Einkommen oder sozialem Status – eine hochwertige medizinische Versorgung erhalten können.

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