Maria Hanny

Ich und
meine Yoni!

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ich und meine yoni Buchcover

„Warum steht in Körperbüchern immer nur Scheide und warum ist nur ein Dreieck abgebildet und sonst nichts? Da stimmt doch etwas nicht!„

Kindergerechte Entdeckungsreise zur Yoni 

Schmetterling, Pullermann, Mumu oder einfach nur „da unten“. Oft werden die Geschlechtsteile verniedlicht. Doch warum tun sich manche Erwachsene so schwer die Dinge beim Namen zu nennen? 

Claudia Schmitt, Sexualpädagogin erklärt, dass Eltern in unserer übersexualisierten Welt Kinder mit diesen vereinfachten Begriffen auf eine Art und Weise schützen wollen. Natürlich spielt auch die eigene Erziehung eine große Rolle: wer nie gelernt hat offen über seine Geschlechtsorgane zu sprechen tut sich bei seinen eigenen Kindern auch schwer. 

Der Expertenrat: mehrere Wortvarianten anbieten. „Das ist deine Mumu, die heisst auch Vulva oder manche bezeichnen sie als Yoni.“ Kinder brauchen keine Verniedlichung sondern klare Ansagen, an denen sie sich orientieren können. Umso wichtiger ist es, dass Eltern von Anfang an hier unterstützt werden. Das Buch „Ich und meine Yoni“ von Antonia Pichler hilft dabei. 
Die kleine Loumi nimmt uns darin mit auf eine Entdeckungsreise zur VulvaEs ist ein feinsinniges Aufklärungsbuch, liebevoll illustriert und einfach nur schön zum Vorlesen. Auch Erwachsene können so auf spielerische Art und Weise noch einiges dazu lernen :).

Wir haben die Autorin getroffen und wollten von ihr persönlich wissen, wie es dazu kam dieses Buch zu verfassen…

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Was hat dich dazu bewegt dieses Buch zu verfassen? 

Es waren zweierlei Beweggründe. Zum einen hab ich im Frühling 2020 eine herrliche Doku auf 3Sat gesehen (Vulva und Vagina – neue Einblicke in die weibliche Lust) und festgestellt: Ich weiß so vieles nicht! Alleine die Tatsache, dass die Klitoris nicht nur eine Perle ist, sondern viel viel größer hat mich sehr nachdenklich gestimmt und neugierig gemacht. Und das obwohl ich immer ein sehr forschendes, freidenkendes und interessiertes Wesen war hinsichtlich Körper und Sexualität. Da war auch die Frage: Was macht dieses Nicht-Wissen mit mir und meinem Körper, meiner Wahrnehmung, meinem Empfinden?

Zum anderen war meine Tochter schon von klein auf ein sehr neugieriges Menschlein. Wie jede Mama weiß: Am Klo ist man selten allein, sobald man Kinder hat. Und meine Tochter hat immer sehr genau hingesehen. Wieso da Blut ist? Ob ich eine Verletzung habe? Was das weiße Ding ist, dass da in meiner Vagina verschwindet? Was man mit der Slipeinlage macht? Wozu ich das Ei verwende? Sie hat einfach gefragt, so wie sie auch andere Fragen stellt – ohne Scham, voller Forschergeist. Ich hab versucht, ihr ehrliche und kindgerechte Antworten zu geben. 

Und hätte nach einem Buch gesucht, das uns dabei unterstützt. Aber damals gab es nichts am Markt. Es war echt frustrierend. In diversen Körperbüchern hieß es: Der Junge hat einen Penis, das Mädchen eine Scheide. Gezeigt wurden die äußeren Vulvalippen. What? Da stimmt doch etwas nicht? Mir wurde klar, dass das Thema ein echter Leerraum ist. An ein eigenes Buch dacht ich damals noch nicht. Aber meine Tochter meinte alle paar Tage flockig: Mama, du bist doch Texterin. Schreib doch selbst ein Buch über die Yoni. Mama, warum schreibst du nicht endlich das Buch? Mama… Und irgendwann war ich selbst so weit, dass ich dachte: Warum nicht? Ich machs einfach. 

Welche Herausforderungen kamen beim Schreiben auf Dich zu?

Am Anfang war die Frage: Wie vermittle ich den Inhalt so, dass es nicht ein klassisches Sachbuch wird, sondern ich die Kinder faszinieren kann, im Herzen ansprechen. Ich wollte von Beginn an mehr vermitteln als nur Aufklärungsinhalte. Mir war es wichtig, eine Welt zu kreieren – ein Yoniversum, das Loumi (der Charakter) Seite für Seite erkundet. Weil Weiblichkeit für mich viel mehr ist als nur die Vulva. Da gehören für mich Vagina und Gebärmutter mit dazu. Und die ganze weibliche Energie, die in uns wirkt, das Thema Periode, Selbstliebe und Wertschätzung… Ich wollte den Kindern ein möglichst ganzheitliches Bild von Weiblichkeit vermitteln. Das ist auch der Grund, warum es „Ich und meine Yoni“ und nicht „Ich und meine Vulva“ heißt. Der Begriff der Yoni lässt hier wesentlich mehr Spielraum und ist für mich zudem wunderschön und frei von negativen Konnotationen. 

Herausfordernde Themen waren sicherlich das Thema der kindlichen Selbstbefriedigung bzw. die Frage „Ist es ok, wenn ich mich da angreife?“. Hier waren die Formulierungen besonders sensibel. Was manche Testleserinnen etwas irritiert hat, war die Sache mit dem Yoni-Spiegel. Da war und ist natürlich viel Scham im Spiel – vor allem bei den Erwachsenen. Und die Reaktion war u.a.: Huch, das willst echt so bringen? Aber genau das finde ich so so wichtig. Dass die Kinder von Beginn an lernen, dass sie hinschauen dürfen und sollen. Es ist ein wesentlicher Teil ihres Körpers, also warum nicht? Das Cover war auch so eine Challenge: Wie weit gehen wir? Was zeigen wir? Was würden wir gern zeigen und was erlaubt die Vermarktung? Mir werden z.B. immer wieder Social Media-Postings nicht genehmigt, weil das Cover zu freizügig ist. Dann legt man einen Button drüber und alles ist gut…

Autorin und Powermama Antonia Pilcher

Wie haben die Kindern auf dein Buch reagiert?

Meine Tochter wollte immer schon die Vorab-Ausdrucke vorgelesen haben. Sie konnte dem Moment gar nicht erwarten, wo die die großen Bögen endlich zu einem Buch werden. Sie war von Beginn an total fasziniert und aufmerksam dabei. Ähnliches berichten mir auch ganz viele Mamas. Die Kinder tauchen total ein ins Yoniversum möchten sofort losforschen, können es kaum erwarten – also ob sie nur auf das Go gewartet hätten, dass endlich diese Tür aufgeht. Wenige Tage später ist es dann oft schon selbstverständlicher Familienalltag. 

Ich bekomm so unfassbar liebe Dankesmails der Eltern und vor ein paar Tagen hat mir eine Mama ein Foto von wunderschönen Vulvasteinen geschickt, die sie mit ihren Kindern gemalt hatte – inspiriert durch mein Buch und als Dankeschön. Sie haben die Steine zum Weltfrauentag in der Stadt ausgelegt. Da merkst du plötzlich: Wow, ich bewege etwas mit meinem Buch. Ich kann dazu beitragen, die Welt für unsere Kinder zu einem besseren und freieren Ort zu machen. Oder eine Mama, die meinte: Dein Buch wird einen wichtigen Beitrag leisten, dass das Thema sexueller Missbrauch weniger wird. Da verdrückst du dann schnell mal die eine oder andere Freudenträne und vergisst die intensive Produktionszeit. Viele Jungs lieben das Buch übrigens auch sehr – und wünschen sich ein Pendant für den Penis. 

Ich arbeite daran 🙂

Wo kann man das Buch kaufen?

Entweder direkt im Online Shop von Antonia, bei Thalia oder auf Amazon

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